Das Marienkrankenhaus ist für den Ernstfall gut vorbereitet

Als Teil einer Terrorübung versorgten Ärzte und Pflegende zehn Verletzte

Jeder Handgriff sitzt – voller Einsatz im Schockraum des Marienkrankenhauses. Foto: Astrid Anna Oertel

03.11.2018

St. Wendel. Etwa 15 Minuten nachdem die Nachricht vom Terrorangriff auf das Illtal-Gymnasium in Illingen in der Zentrale des Marienkrankenhauses eingegangen und planmäßig eine interne Notfallalamierung ausgelöst worden war, traf schon der erste Patient in der Klinik ein. Der junge Mann hatte sich selbst auf den Weg in die Klinik gemacht und brach allerdings im Eingangsbereich zusammen. Die Schussverletzung, die er erlitten hatte, war wohl schwerwiegender als er gedacht hatte. Schnelle und professionelle Hilfe ließ nicht lange auf sich warten. – Das Team des Marienkrankenhauses war am Samstag ganz besonders gewappnet und der Terrorangriff war gottlob nur eine großangelegte Übung, bei der Polizisten, Rettungsdienst und Klinikpersonal im Saarland unter möglichst realistischen Bedingungen den Ernstfall proben wollten.

Die meisten Patienten, insgesamt waren es zehn, wurden mit dem Rettungswagen von Illingen nach St. Wendel gebracht. Darunter, so wie es auch im echten Katastrophenfall sein würde, Leichtverletzte, dann Personen, die schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt waren, und schließlich Polytrauma-Patienten, die sich in einem so kritischen Zustand befanden, dass ihre weitere Behandlung keine Minute Aufschub erlaubte. Deswegen wurden alle Patienten auch direkt in der Liegendanfahrt von den Experten des Krankenhauses in Augenschein genommen. Will heißen: Obwohl jedem Patienten eine sogenannte Kennzeichnungskarte mitgegeben war, auf der vermerkt stand, welche Verletzungen der Betroffene erlitten hatte, so checkten die Ärzte und Pflegekräfte hier zuerst, welcher Verletztengruppe der jeweilige Patient zuzuordnen war und wo im Haus die weitere Behandlung erfolgen sollte. Eine solche Triage (also Priorisierung) ist gerade bei Massenunfällen oder bei Katastrophen wie einem Terrorangriff unverzichtbar. Von der Liegendanfahrt ging es dann entsprechend in den Schockraum oder in eine der Ambulanzen.

Insgesamt waren es in St. Wendel 38 Mitarbeiter, die diese Übung bestritten. Darunter Ärzte, Pflegende, Mitarbeiter der Verwaltung, Küche, Technik und natürlich der Krankenhausleitung. Die Übung fand in den Räumen der zentralen chirurgischen und inneren Ambulanz statt. Besprechungsräume wurden zu Funktionsräumen für Polizei, Presse, Krankenhauseinsatzleitung, Angehörige umgewidmet.

Eine besondere Herausforderung für die Organisatoren im Krankenhaus war es, dass neben der Übung der ganz normale Krankenhausbetrieb auch für Notfälle jeglicher Art, einschließlich polytraumatisierter Patienten, weitergeführt werden musste. Dank einiger interner Veränderungen war die Versorgung von regulären Patienten, die die Notaufnahme aufsuchten, zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

„Wir sind froh und dankbar, dass wir an der Übung teilnehmen durften. Sie trägt dazu bei, die vorhandenen Strukturen und Abläufe zu optimieren und gibt den Mitarbeitern des Krankenhauses das Gefühl, für eine Katastrophe besser vorbereitet zu sein“, äußerte sich Harald Rupp, Leitender Oberarzt der Unfallchirurgie und Beauftragter für interne und externe Gefahrenlagen (Katastrophenschutz) des MKH St. Wendel nach Beendigung der Übung zufrieden.

Auch wenn die abschließende Manöverkritik noch aussteht, so waren sich die Verantwortlichen des Hauses wie auch die Beobachter beziehungsweise Schiedsrichter einig, dass das Marienkrankenhaus St. Wendel für den Ernstfall gut gerüstet ist. Auch zukünftig soll die Einsatzbereitschaft für Fälle wie den am Samstag im Illtag-Gymnasium regelmäßig geübt werden.

Die Terroropfer, die von Mitgliedern des DRK überaus realistisch dargestellt wurden, konnten das Marienkrankenhaus selbstverständlich gesund verlassen, nachdem sie sich zuvor in der Cafeteria von ihrem Einsatz erholt und gestärkt hatten. (hf/aoe)

 

 

 

 

 

 

 

 

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