„Sie sind ein Geschenk für die Patienten!“

Vor 40 Jahren wurde die Ökumenische Krankenhaus Hilfe (ÖKH) am Marienkrankenhaus etabliert. Gudrun Mühlböck war Gründungsmitglied und ist heute noch in ihrem Ehrenamt tätig.

Zu Ehren der „Grünen Damen“ wurde in der Kapelle des Marienkrankenhauses ein ökumenischer Gottesdienst gehalten. Gudrun Mühlböck (2. v. li.) ist schon seit 40 Jahren in diesem Ehrenamt tätig; Anneliese Groß (6. v. li.) seit 30 Jahren. (Foto: Astrid Anna Oertel)

05.11.2018

St. Wendel. Sie könnte ein Buch schreiben – so viel hat Gudrun Mühlböck in den 40 Jahren ihrer Tätigkeit als „Grüne Dame“, wie sie entsprechend ihrer Dienstkleidung genannt wird, erlebt. Geschichten hinter denen immer auch Schicksale stehen. Doch dieses Buch wird es nie geben, weil Sie – ebenso wie ihre neun Kolleginnen - ihren ehrenamtlichen Dienst unter Verschwiegenheit tut. Einmal wöchentlich kommen sie alle für 3 bis 4 Stunden ins Krankenhaus oder ins Altenheim und besuchen die Patienten auf den Stationen.

Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, Zeit zu verschenken. Dazu zählt in erster Linie das Zuhören und das Gespräch mit den Patienten. Daneben machen sie kleinere Besorgungen oder begleiten Patienten zu den Therapien. „Viele der Gespräche tun nicht nur den Patienten gut, sondern auch uns“, erläutert Anna E. Holzer, die in St. Wendel das Team der „Grünen Damen“ leitet. „Und nach jedem Einsatz bleibt das Gefühl, dass wir unsere Zeit sinnvoll genutzt haben“. Denn in den Krankenhäusern gibt es viele Menschen, die einsam und hilfsbedürftig sind. Aus verschiedenen Gründen steigt die Zahl derer, die überhaupt keine Besuche von Verwandten oder Freunden bekommen. Diesen Menschen ein Stück weit ihre Einsamkeit und Verunsicherung zu nehmen, ist Aufgabe der „Grünen Damen“.

Die Tatsache, dass alle „Grünen Damen“ des MKH schon seit vielen Jahren diesen Dienst tun (Anneliese Groß beispielsweise ist schon seit 30 Jahren mit dabei, andere Kolleginnen seit 25 Jahren), war für die Krankenhausoberin Anlass, im Rahmen eines Gottesdienstes und anschließender Feier nicht nur das 40-jährige Jubiläum zu begehen, sondern diese Frauen zu würdigen, die in ihrem Tun „…Gottes Liebe an die Menschen weitergeben“.

„Ich möchte Ihnen für Ihr Engagement danken“, sagte Hildegard Marx, „denn durch Ihr Tun prägen Sie die Kultur unseres Krankenhauses mit – eine Kultur der Offenheit und der Menschlichkeit, Werte, die gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung sind.“

Pfarrer Udo Blank, Geschäftsführer der Diakonie Saar, der die Laudatio für die Ehrenamtlichen hielt, bezeichnet sie gar als Bote Gottes, als Engel, die mit ihrem Gespür für die Menschen ein wahres Geschenk für die Patienten sind. Er war es auch, der den „Grünen Damen“ die Urkunde und das „Kronenkreuz in Gold“ der Diakonie als Anstecknadel überreichte. (aoe)

 

 

 

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