„Ich habe mich immer wohl und gut aufgehoben gefühlt“

Thomas Backes ist nach 41 Jahren in den Ruhestand gegangen – Lothar Schramm neuer Pflegedirektor in St. Wendel und Ottweiler

Nach 41 Jahren, davon 30 als Pflegedirektor, hat Thomas Backes das Marienkrankenhaus St. Wendel verlassen und ist in den Ruhestand gegangen. Foto: hf

01.10.2018

St. Wendel. Die große Öffentlichkeit ist nicht sein Ding. So war denn auch seine Verabschiedung eine interne Veranstaltung. Und dass er sich für unser Gespräch Zeit nahm, das bedurfte einiger Telefonate. Aber schließlich ließ er sich doch überzeugen (wahrscheinlich eher nur überreden), dass ein Mann, der 41 Jahren für das gleiche Haus gearbeitet und 30 Jahre lang als Pflegedirektor die Geschicke des Marienkrankenhauses wesentlich mitbestimmt hat, nicht einfach sang- und klanglos in den Ruhestand gehen kann, ohne auch an dieser Stelle gebührend gewürdigt zu werden. Die Rede ist von Thomas Backes. Mit 62 Jahren ist er Ende September in den Ruhestand gegangen. Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kam diese Nachricht völlig überraschend und hat sie sprachlos gemacht. Denn das Marienkrankenhaus ohne Thomas Backes?

Sein Nachfolger ist seit Anfang Oktober Lothar Schramm. Er nimmt diese Aufgabe zusätzlich zu seiner Arbeit als Pflegedirektor der Marienhausklinik Ottweiler wahr. Unterstützt wird Schramm von Stefanie Conrad. Die Pflegedirektorin der Marienhausklinik St. Josef Kohlhof Neunkirchen wird ihn unter anderem bei den aus dem neuen Landeskrankenhausplan resultierenden Projekten unterstützen. Dazu später mehr.

1977 begann Thomas Backes im Marienkrankenhaus seine Ausbildung und stellte schnell fest, dass „Krankenpflege für mich das Richtige“ war. Bereits anderthalb Jahre nach deren Abschluss wurde er Stationsleiter und 1986 in die Pflegedirektion berufen – als Stellvertreter von Schwester M. Gustava. Auf die Waldbreitbacher Franziskanerin kommt Thomas Backes immer wieder zu sprechen. Sie habe ihn ausgebildet und über viele Jahre begleitet, sagt er und in seiner Stimme schwingt große Dankbarkeit mit. Kurz nach dem Umzug in den Neubau (das war im Mai 1988) wurde Backes dann auch ihr Nachfolger.

Der Neubau des Marienkrankenhauses am Hirschberg (damals lag der noch außerhalb der Stadt) war für ihn das Highlight seines beruflichen Lebens. Denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, einen Krankenhaus-Neubau mit zu konzipieren und so die baulichen Voraussetzungen für eine bestmögliche Patientenversorgung zu schaffen? Vor allem, wenn die Bedingungen im Altbau vorsintflutlich waren. „Einer unserer damaligen Chefärzte hat den Altbau immer in Anspielung auf Albert Schweitzers Spital in Gabun Lambarene genannt“, erinnert sich Thomas Backes schmunzelnd.

Natürlich waren auch die Einrichtung der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation und der Psychiatrie wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Hauses und haben die Pflege und damit auch Thomas Backes vor neue Aufgaben gestellt. Aber an den Neubau reichen sie doch nicht so ganz heran.

Was ihm besonders in Erinnerung bleiben wird? Thomas Backes nennt zum einen den Prozess der Organisationsentwicklung, den die Ordensleitung als Träger der Marienhaus GmbH Ende der 1980er Jahre angestoßen hat. „Das hat uns im Direktorium zusammengeschweißt“, ist er heute noch dankbar. Zum anderen die Seligsprechung der Ordensgründerin Mutter Rosa vor zehn Jahren. Die hat ihn tief beeindruckt und geprägt.

Überhaupt war und ist seine Verbindung und Verbundenheit mit den Waldbreitbacher Franziskanerinnen und dem Träger eine sehr starke. „Ich habe mich immer wohl und gut aufgehoben gefühlt“, sagt er. Und auch wenn sich die Zeiten und mit ihnen die finanziellen Rahmenbedingungen geändert haben und die Wirtschaftlichkeit immer mehr in den Mittelpunkt gerückt ist, so lebt der christliche Geist in der Trägerschaft dennoch fort, ist er überzeugt und froh. Deshalb habe er – trotz aller Höhen und Tiefen – in all den Jahren nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet, anderswo hinzugehen.

Dank des neuen Landeskrankenhausplanes kann das Marienkrankenhaus eine neue Hauptfachabteilung Neurologie und eine Weaning-Station einrichten. Beide Projekte sowie der Neubau der Intensivstation fallen in die Zeit, in der Thomas Backes eigentlich geplant hatte, in den Ruhestand zu gehen. So hat er sich entschieden, diesen Schritt etwas vorzuziehen und für seinen Nachfolger Platz zu machen.

Seinen Schreibtisch hat er schon geräumt, als wir uns vier Tage vor seinem letzten Arbeitstag in seinem Büro treffen. Die Übergabe an Lothar Schramm ist erfolgt, der Übergang ist gut vorbereitet, sagt er. Da schwingt keine Wehmut mit. Und er werde auch nie und nimmer auf die Idee kommen, im Marienkrankenhaus mal nach dem Rechten zu schauen, ergänzt er lachend.

Thomas Backes will Abstand gewinnen. Wobei er nicht zu viele Pläne für den Unruhestand machen möchte. Wenn man bei dem passionierten Segelflieger allerdings auf den richtigen Knopf drückt, dann sprudelt es doch aus ihm heraus. Da gibt es noch eine Menge Touren, die er sich vorgenommen hat. – Wünschen wir ihm, dass ihm dies gelingen möge…

 

 

 

 

 

 

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